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Arbonia ist solide unterwegs

Der Konzernumsatz der Arboner Arbonia-Gruppe wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 36% auf CHF 624.4 Mio. (Vorjahr CHF 459.0 Mio.). Das organische Wachstum, d.h. ohne die Beiträge der Looser- und Koralle-Gruppen, belief sich auf -1.8%.

Das EBITDA erhöhte sich von CHF 27.3 Mio. im Vorjahr auf CHF 44.6 Mio., respektive bereinigt um Sondereffekte von CHF 23.3 Mio. auf CHF 45.9 Mio. Das EBIT verbesserte sich gegenüber der Vorjahresperiode und stieg auf CHF 12.6 Mio. bzw. bereinigt auf CHF 13.2 Mio. (Vorjahr CHF 5.7 Mio. bzw. bereinigt CHF 4.2 Mio.). Die Arbonia erzielte mit den fortzuführenden Geschäftsbereichen ein positives Unternehmensergebnis nach Steuern im Umfang von CHF 5.4 Mio. bzw. CHF 6.2 Mio. ohne Sondereffekte (Vorjahr: CHF –3.5 Mio. respektive bereinigt CHF –5.3 Mio.).

Die positive Entwicklung der Arbonia im ersten Halbjahr 2017 wurde massgeblich durch die Ende 2016 übernommenen Gesellschaften der Looser Gruppe – Prüm, Garant und Invado – sowie die seit Oktober 2016 konsolidierte Koralle Gruppe beeinflusst. Die Ergebnisse bestätigen die Richtigkeit des in 2015 eingeleiteten dreijährigen Restrukturierungs- und Repositionierungsprozesses.

Die finanziellen Kennzahlen der Arbonia Gruppe haben sich gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 2016 weiter verbessert. Die Eigenkapitalquote nahm im Vergleich zum Jahresende 2016 von 47.9% auf 49.0% zu. Die Entwicklung der Nettoverschuldung war Ende Jahr 2016 massgeblich durch die Finanzierung der Looser Übernahme beeinflusst. Im Vergleich dazu reduzierte sie sich von CHF 225.1 Mio. auf CHF 175.0 Mio.

Allgemeines Marktumfeld
Der Geschäftsgang der Arbonia wurde im ersten Halbjahr 2017 unterstützt durch eine weiterhin gute Baukonjunktur in Deutschland, aber auch in den aufstrebenden osteuropäischen Märkten Polen, Slowakei und Tschechien. Wachstum verzeichnete hauptsächlich das Marktsegment für Wohnungsneubauten, dies insbesondere in Deutschland. Durch die weitere Zuwanderung von gut ausgebildeten EU-Bürgern sind die Aussichten für dieses Segment auf mehrere Jahre hinaus intakt. Da Kapazitäten bei den Bauhandwerkern nach wie vor fehlen, kann das Marktpotenzial im laufenden Jahr in Deutschland nicht ausgeschöpft werden: Eine erhebliche Zahl von genehmigten Projekten wird erst in den kommenden Jahren umgesetzt.

Die Baubranche im Heimatmarkt Schweiz stand im ersten Halbjahr 2017, wesentlich bedingt durch den starken Schweizer Franken, unverändert unter hohem Wettbewerbsdruck. Die für die Arbonia wichtigen Segmente bewegten sich aus diesem Grund weiterhin nur seitwärts.

Die Abhängigkeit von der Schweiz, dem bisher wichtigsten Markt der Arbonia, konnte durch die Übernahme der Looser-Gesellschaften deutlich verringert werden. Der grösste Markt ist nun Deutschland, gefolgt von der Schweiz, Polen sowie Slowakei und Tschechien. In diesen Kernmärkten erzielte die Arbonia im ersten Halbjahr 2017 rund 80% aller Umsätze. 2

Entwicklung der Divisionen
Die Division Gebäudetechnik lag im ersten Halbjahr 2017 mit einem Umsatz von CHF 259.1 Mio. um 11.5% über dem Vorjahreswert. Akquisitions- und währungsbereinigt konnte der Umsatz um 2.2% gesteigert werden (Vorjahr: CHF 232.4 Mio.). Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA stieg von CHF 24.9 Mio. im Vorjahr auf CHF 25.3 Mio. Die Division wies ein um Sondereffekte bereinigtes EBIT von CHF 16.1 Mio. aus (Vorjahr: CHF 16.0 Mio.). Die zum Teil deutlichen Erhöhungen der Materialkosten von Stahl, Stahlrohren und Aluminium belasteten die Ergebnismargen der Division. Sie erforderten Massnahmen, die sich teilweise erst im zweiten Halbjahr 2017 auswirken werden.

Die Business Unit Heiztechnik schloss im ersten Halbjahr 2017 die Verlagerung der SonderheizkörperProduktion ins tschechische Stříbro erfolgreich ab. Das CHF 25 Mio. schwere Investitionsprogramm zur Kapazitäts- und Produktivitätssteigerung am Standort Plattling (D) dürfte im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

Die im Rahmen der Koralle-Akquisition gestartete Konzentration der Produktionsaktivitäten der Business Unit Sanitär verläuft plangemäss und wird voraussichtlich Ende Jahr abgeschlossen sein. Die neue Fertigungs- und Lagerhalle wird termingerecht im Herbst 2017 in Betrieb genommen.

Die Business Unit Klima- und Lüftungstechnik erfreute sich über die nahezu gesamte Produktpalette hinweg eines positiven Geschäftsgangs. Darüber hinaus wird in den kommenden Monaten das neue Produktprogramm der kontrollierten Wohnraumlüftung von Sabiana zusätzliches Wachstum generieren.

Die Division Fenster erzielte im ersten Halbjahr 2017 mit CHF 142.2 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen um 6.1% tieferen Umsatz (Vorjahr: CHF 151.4 Mio.). Im Gegensatz dazu konnte der Auftragseingang gegenüber Vorjahr aber gesteigert und der Kundenauftragsbestand entsprechend aufgebaut werden. Für das Gesamtjahr rechnet die Division mit einem Umsatz leicht unter Vorjahr. Das EBITDA ohne Sondereffekte verbesserte sich auf CHF –0.4 Mio. (Vorjahr: CHF –1.5 Mio.), das EBIT ohne Sondereffekte auf CHF –7.1 Mio. (Vorjahr: CHF –8.6 Mio.). Auch diese Division sah sich Preissteigerungen bei fast allen Materialien ausgesetzt. Zudem befindet sich die Division weiterhin in einem tiefgreifenden Umbauprozess mit Produktionsverlagerungen und dem Hochfahren der Fertigungsstrassen. Saisonal bedingt und infolge der positiven Auftragseingangsentwicklung ist mit einem wesentlich besseren zweiten Halbjahr zu rechnen.

Die aus der Schweiz in die Slowakei verlagerte Kunststoff-Fensterproduktion konnte im ersten Halbjahr Produktivitätsfortschritte erzielen, womit der Schweizer Markt vollständig mit Kunststoff-Fenstern aus Pravenec (SK, Bild) versorgt werden kann. Die im Werk integrierte, vollautomatisierte Isolierglaslinie, das Glaslager mit automatisierter Beschickung der Zuschnittanlage sowie die Glassortieranlage werden wie geplant Ende Jahr in Betrieb genommen. Die komplexe Verlagerung der Holz/Aluminium-Fensterproduktion aus Altstätten (CH) nach Ostdeutschland ist wie geplant für das zweite Halbjahr 2017 vorgesehen.

Das Geschäft der Division Türen war im ersten Halbjahr 2017 von der operativen und finanziellen Integration der Looser-Gesellschaften geprägt. Die Division konnte ihren Umsatz von CHF 75.1 Mio. im Vorjahr auf CHF 193.8 Mio. steigern, bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte lag allerdings ein Rückgang um 5.9% vor. Das EBITDA verbesserte sich akquisitionsbedingt gegenüber Vorjahr (CHF 3.1 Mio.) auf CHF 20.1 Mio., das EBIT von CHF 1.6 Mio. auf CHF 8.6 Mio.

Die Division Türen wurde mit der Übernahme von Looser Ende 2016 einem strategisch bedeutenden Wandel unterzogen. Die Transaktion brachte nicht nur einen Wachstumsschub, sondern auch eine optimale Ergänzung der Produktpalette, eine geografische Ausweitung sowie neue Chancen der Markterschliessung.

Die Business Unit Profilsysteme setzte im ersten Halbjahr 2017 die Anstrengungen fort, mit Kosteneinsparungen die Profitabilität zu steigern, und erzielte Erfolge. Ebenso wurde die Sortimentsbereinigung fortgesetzt und die Entwicklung neuer, marktgerechter Produkte vorangetrieben.

Die Division Industriedienstleistungen erzielte im ersten Halbjahr 2017 einen Umsatz von CHF 29.3 Mio. Das EBITDA kam auf CHF 6.9 Mio. und das EBIT auf CHF 2.6 Mio. zu liegen. Am 3. Juli 2017 kündigte die Arbonia öffentlich an, dass sie einen Verkauf der Division Industriedienstleistungen prüfen werde.

Ausblick
Die stabilen Halbjahreszahlen sowie der Blick auf die Auftragslage der Divisionen lassen die Arbonia optimistisch bezüglich den Zielen auf das Gesamtjahr 2017 blicken: Inklusive der Condecta Gruppe rechnet sie nach wie vor mit einem Nettoumsatz in der Grössenordnung von CHF 1.3 Mrd. und einem EBITDA von > CHF 110 Mio. Die Eigenkapitalquote dürfte Ende 2017 etwa bei 50% liegen. Bei einem Verkauf der Condecta Gruppe im laufenden Geschäftsjahr wird die Nettoverschuldung unter CHF 100 Mio. zu liegen kommen.

Die Arbonia sieht sich strategisch wie auch finanziell auf dem richtigen Weg, die Ziele für 2018 zu erreichen: einen Nettoumsatz von rund CHF 1.4 Mrd. und ein EBITDA von rund CHF 150 Mio. Zu bedenken ist, dass der mögliche Verkauf der Condecta Gruppe dazu führen dürfte, dass sich das EBITDA in der Grössenordnung von CHF 15 – 20 Mio. reduzieren wird.

Weiterhin strebt die Arbonia an, spätestens ab 2019 einen nachhaltig positiven Free Cashflow generieren zu können und wieder eine Dividende auszuschütten