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Auf den Spuren dreier Göttinnen

Artemis, Athene und Aphrodite in St.Gallen: Clemens Müller führt am Donnerstag, 22. Juni, zu ihnen und erläutert ihre kunstgeschichtlichen Aspekte. Im Frauenpavillon lesen Ursa Krattiger und Ulrike Pittner aus ihrem Buch “Ave Dea – 13 Göttinnen der griechisch-römischen Mythologie neu begegnen”.

Letzten Herbst wurde in der Kantonsbibliothek Vadiana die Ausstellung „Götter, Musen, Fabelwesen“ gezeigt. Dazu erschien eine Publikation von Clemens Müller und Peter Müller.Ein Jahr zuvor gaben Ursa Krattiger und Ulrike Pittner "Ave Dea – 13 Göttinnen der griechisch-römischen Mythologie neu begegnen" heraus. Dies nimmt das MatriArchiv zum Anlass, eine gemeinsame Veranstaltung in St.Gallen zu organisieren: Auf einem Stadtrundgang werden drei Göttinnen aufgespürt und ihre kunstgeschichtlichen Aspekte erläutert.

Die Autorinnen Ulrike Pittner und Ursa Krattiger begründen im Vorwort ihres Buches, warum sie sich mit den Göttinnen befassen und weshalb es so wichtig ist, der männlich geprägten Sichtweise eine andere Perspektive gegenüberzustellen. „Beim Vorstellen der ausgewählten Göttinnen, die in der Bild-, Sozial- und Geistesgeschichte Europas bis auf den heutigen Tag eine so wichtige Rolle spielen, wollen wir nicht nur nacherzählen, was Sie und wir aus Sagenbüchern, Schulstunden oder Nachschlagewerken ohnehin schon wissen. Diese Geschichten sind nämlich allesamt verhältnismässig jung und stammen aus patriarchaler Zeit, sind also erst etwa zweieinhalb bis dreitausend Jahre alt.“

Aber Kultur, Religion und Mythologie sind viel älter. Und vor allem die Frauenfiguren, wie sie uns im patriarchalen Erzählduktus entgegentreten, haben ein äusserst reichhaltiges Vorleben und eine Geschichte als eigenständige Göttinnen, die ganz anders mit Natur und Gesellschaft und vor allem auch ganz anders mit Männern in Verbindung stehen, als uns das bisher meist überliefert wurde. Diesen Hintergrund zeigte 1861 als Erster der Basler Jurist und Forscher Johann Jakob Bachofen in seinem Buch „Das Mutterrecht“ auf. „In unserer Zeit beschreiben neueste Forschungen eingehend das matriarchale Mythensystem sowie die matrilineare und matrilokale Gesellschaftsordnung frühgeschichtlicher Machart sowie deren noch zeitgenössische Vorkommen in Asien, Amerika und Afrika.“

Man darf gespannt sein auf die Erkenntnisse der beiden Autorinnen. Anschliessend wird man mit anderen Augen an den „heidnischen“ Frauengestalten vorbeigehen, die einem im St.Galler Stadtbild begegnen. Der Stadtrundgang beginnt um 18.30 Uhr beim Broderbrunnen und dauert eine knappe Stunde. In der anschliessenden Lesung im Frauenpavillon (20 Uhr) stehen dann die matriarchalen Wurzeln der drei Gestalten im Vordergrund. Im Frauenpavillon stehen Getränke, ein kleiner Imbiss und ein Büchertisch bereit. Der Eintritt ist frei, zur Deckung der Unkosten ist eine Kollekte vorgesehen. Es ist keine Anmeldung erforderlich.