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Exporte stützen Konjunktur

Die Ostschweizer Industrie befindet sich, angetrieben durch die Exporte, im Aufwärtstrend. Die Umsätze im hiesigen Detailhandel stagnieren, aber die Zuversicht auf eine Wende steigt. Im regionalen Baugewerbe läuft der Konjunkturmotor rund, aber die Aussichten fallen weniger rosig aus als in den Vorquartalen. Gesamthaft zeigt der Konjunkturindex weiter nach oben, zeigt die jüngste Konjunkturumfrage der KOF/ETH von Oktober.

Die Weltwirtschaft drückt aufs Tempo. Vor allem in Europa haben sich die Wachstumskräfte durchgesetzt und tragen zu einem überraschend starken und stabilen Aufschwung bei. Die Wirtschaft in Mittel- und Osteuropa hat ebenfalls an Fahrt gewonnen. Nach einem eher verhaltenen Start ins Jahr 2017 hat die US-Wirtschaft wieder auf den Weg einer ansehnlichen Expansion zurückgefunden. Dabei profitiert der Aussenhandel von der Abwertung des US-Dollars, Haupttreiber sind allerdings die privaten Konsumausgaben, vorwiegend finanziert durch einen Rückgang der Ersparnisse. Auch in Asien läuft der Konjunkturmotor gut. Die erwartete Abschwächung in China ist bisher nicht eingetreten. In Lateinamerika gewinnt die konjunkturelle Dynamik an Schwung und Breite, sodass das Minus im BIP aus dem vergangenen Jahr durch ein Plus im 2017 abgelöst.

Erholung in der Industrie setzt sich fort
Ausschlaggebend für die positiven Nachrichten aus der Industrie ist das Exportwachstum. Die Ausfuhren der Ostschweiz sind im 3. Quartal um 5.6 % und seit Jahresbeginn um 5.3 % gewachsen und liegen damit über dem Schweizer Durchschnitt. Zu diesem guten Abschneiden haben insbesondere die Metalle, die Fahrzeuge, die Apparate der Elektroindustrie und der Elektronik sowie die Maschinen beigetragen. Dabei ist das Exportwachstum vorwiegend den Ländern der Eurozone zu verdanken, unterstützt durch einen stärkeren Euro. Die konjunkturelle Entwicklung zwischen den einzelnen Industriebranchen verläuft sehr unterschiedlich. Während in der Maschinenindustrie die Sonne scheint, lässt der Aufschwung in der Metallindustrie auf sich warten. In der Textil- und der Papier-, Druck- und Verlagsindustrie herrscht schon seit langer Zeit Flaute, deren Ursachen jedoch mehr strukturelle als konjunkturelle Gründe haben. Der Blick voraus fällt vorsichtig optimistisch aus. Die Umfrageteilnehmer rechnen mit steigenden Einkaufspreisen und leicht anziehenden Verkaufspreisen.

Bauwirtschaft in Form
Der Konjunkturmotor im Baugewerbe dreht auf hohen Touren. Die Baumeister bewerten die Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Vergleich von Hoch- und Tiefbau schwingt der Tiefbau oben aus, haben sich doch sowohl die Umsätze als auch der Auftragseingang besser entwickelt. Im Ausbaugewerbe laufen die Geschäfte sehr gut, sodass v. a. die personellen Kapazitäten zu einem Engpass werden. Gut 30 % der Firmen beklagen sich über einen Mangel an geeigneten Arbeitskräften. Gemäss Einschätzung der Baumeister wird sich die Nachfrage in den kommenden Monaten abschwächen. Der Boom auf dem Wohnungsmarkt hat nach ihrer Beurteilung das mittel- und langfristige Risiko einer Korrektur erhöht.

Schlechter Rückblick aber guter Ausblick im Detailhandel
Die Umsätze im Schweizer Detailhandel sind im dritten Quartal nominal und kalenderbereinigt erneut gesunken. Daran vermochte auch ein Anstieg der Konsumentenstimmung nichts zu ändern. Betroffen von den harzenden Umsätzen sind auch die Arbeitsplätze, sank doch die Anzahl der Beschäftigten im Schweizer Detailhandel allein in diesem Jahr um rund 9‘000. Die Entwicklung im regionalen Detailhandel unterscheidet sich kaum von Schweizer Durchschnitt. Hingegen blicken die Detailhändler in unserer Region mit weit mehr Zuversicht auf die kommenden Monate: Die Wende zu steigenden Umsätzen steht gemäss ihrer Einschätzung kurz bevor.

Konjunkturindex steigt weiter an
Der Konjunkturindex für die regionale Wirtschaft ist weiter angestiegen und hat wieder das Niveau von Mitte 2014 erreicht. Der Anstieg ist sowohl der besseren Geschäftslage als auch der steigenden Zuversicht zu verdanken. Der Teilindex für die Industrie ist angestiegen, in der Bauwirtschaft hat er etwas an Kraft eingebüsst, während er im Detailhandel infolge des wachsenden Optimismus ebenfalls angestiegen ist.