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FHS diplomiert Wirtschaftsingenieure

Eine Wirtschaftsingenieurin und 13 Wirtschaftsingenieure durften am vergangenen Freitag in der Arbonia AG in Arbon ihr Bachelor-Diplom entgegen nehmen. Die Festrede hielt Alfred Lichtensteiger, ehemaliger CEO der DGS AG und Beirat Technik an der FHS. Er appellierte an die Diplomandin und Diplomanden, ihre Rolle an der Schnittstelle von Technik, Markt und Betriebswirtschaft so auszuüben, dass Visionen nicht nur angedacht, sondern auch umgesetzt würden.

Drei Jahre haben die Absolventin und Absolventen auf diesen Moment hingearbeitet. «Es ist ein besonderer Moment für Sie. Aber auch für uns.» Nach zehn Jahren dürfe der Fachbereich Bau und Technik der Fachhochschule St.Gallen (FHS) erstmals wieder Diplome für einen Bachelor-Studiengang überreichen. Mit diesen Worten eröffnete Studiengangsleiter Lukas Schmid die Diplomfeier am Freitag, 27. Oktober, in der Arbonia AG in Arbon. In Anlehnung an Antoine de Saint-Exupérys Zitat, beim Bau eines Schiffes nicht Mitarbeiter mit der Materialbeschaffung zu beauftragen und für die Arbeit einzuteilen, sondern sie die Sehnsucht nach dem Meer zu lehren, blickte er zurück auf die Anfänge des Studiengangs vor rund sechs Jahren. «Wir hatten die Vision eines innovativen und einzigartigen Studiengangs für die Ostschweiz, der sowohl Fachwissen in Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft als auch interkulturelle und soziale Kompetenzen vermittelt.» Für die Umsetzung hätten sie unkonventionelle Lösungen in Betracht gezogen, auch manch verwegene Konzepte verworfen. Hervorgegangen sei ein Studiengang mit «Ecken und Kanten», der sich durch eine spezielle Stimmung, eine konstruktive und kritische Auseinandersetzung mit den Lerninhalten und einer vorgelebten Experimentier- und Fehlerkultur auszeichne.

Innovationsgabe, Courage und ein kritischer Blick
Sebastian Wörwag, Rektor der FHS St.Gallen, knüpfte in seiner Rede ebenfalls an Saint-Exupéry an. «Sie bauen jetzt in der Praxis Ihr eigenes Schiff.» In der heutigen Zeit brauche es dazu aber mehr als Fachkompetenz. «Es braucht Innovationsgabe, Courage und einen kritischen Blick.» Auch Erfahrung reiche alleine nicht mehr aus. Das zeige das Beispiel von Edward John Smith. Der Kapitän der Titanic habe trotz aller Erfahrung auf dem Meer eines nicht bedacht: Eisberge. «Sie können nicht innovativ sein, wenn Sie sich nur auf Ihre Erfahrung stützen. Sie müssen das nicht Denkbare denken können. Heute müssen Sie mit dem Unwahrscheinlichen rechnen.» Er riet den Diplomanden deshalb beim Bau ihres Schiffes das Scheitern im Blick zu behalten, Risiken einzubeziehen. «Dafür braucht es Courage. Haben Sie den Mut, aufzubrechen und Dinge anzupacken. Wagen Sie Innovationen und seien Sie dabei ruhig etwas verrückt.»

Ratschläge aus der Praxis
In seiner Festrede gab Alfred Lichtensteiger, ehemaliger CEO der St.Galler DGS Druckgussstysteme AG und Beirat Technik an der FHS, Ratschläge, illustriert durch seine eigene, langjährige Erfahrung in der Industrie, mit auf den Weg in die Zukunft. «Ihr Abschluss ist nur der erste Schritt ins Berufsleben. Bleiben Sie lernfähig und offen für Neues. Seien Sie ehrgeizig, etwas bewegen zu wollen.» Er legte ihnen nahe, Zeit zu spenden und zuzuhören. Insbesondere den Kunden. «Stellen Sie mehr Fragen, anstelle selber Antworten zu geben, und schaffen Sie Kundennutzen.» Es reiche nicht, eine Vision zu haben. Diese müsse umgesetzt werden. «Hier sind Sie gefordert. Sie übernehmen die Brückenfunktion zwischen Technik und Markt. Füllen Sie Ihre Rolle so aus, dass alle begeistert sind.»

Auch die Diplomanden schauten auf ihre Studienzeit zurück. In einer markigen und unterhaltsamen Rede liessen Kathrin Aeschlimann und Michael Schmid die vergangenen drei Jahre mit humorvollen Anspielungen Revue passieren. Im Anschluss an die Diplomübergabe wurden Michael Schmid für die beste Bachelor-Arbeit, Sandro Rüttimann für den besten Gesamtabschluss und Mario Luzi, angehender Absolvent, aufgrund einer Umfrage unter allen Studenten als «wertvollster Student» ausgezeichnet. Die musikalische Umrahmung gestaltete die Band Superjam.