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Finma ermittelt gegen Vincenz

Die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma ermittelt gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Streitpunkt sind mögliche Interessenkonflikte während seiner Zeit bei Raiffeisen Schweiz.

Die Raiffeisen-Tochter Investnet Holding steht im Zentrum des Enforcement-Verfahrens der Finanzmarktaufsicht Finma gegen die Genossenschaftsbank und deren ehemaligen Chef Pierin Vincenz. Recherchen der «Handelszeitung»zeigen: Vincenz hält privat 15 Prozent an der Raiffeisen-Tochter Investnet Holding, die er seit Gründung im Sommer 2015 auch präsidiert.

«Ich bin von der Finma am 1. November darüber informiert worden, dass im Zuge des Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz auch gegen mich persönlich ein Enforcement-Verfahren eröffnet worden ist», teilt Vincenz am Sonntagabend mit. 

Untersucht würde die Handhabung möglicher Interessenkonflikte während seiner Zeit bei Raiffeisen. «Ich bin der Ansicht, potenzielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt behandelt zu haben, und habe der Finma für die Untersuchung meine volle Unterstützung zugesichert.» Als heikel erweisen könnten sich etwa Aktionärsinteressen, Aufsichtspflichten und Rollenwechsel, schreibt blick.ch. Die Stelle als Präsident der Investnet Holding übernahm Vincenz, als sein Rücktritt als Raiffeisen-CEO bereits öffentlich war.

Erst im vergangenen Monat war bekanntgeworden, dass die Finma ein Verfahren zu Corporate-Governance-Themen bei der Raffeisen-Gruppe eingeleitet hatte. Laut verschiedenen Medienberichten wurden dabei auch die Übernahmen durch die Raiffeisen oder mit ihr verbundene Unternehmen untersucht. Raiffeisen hatte unter anderem die Ostschweizer Privatbank Wegelin gekauft und war beim Finanzunternehmen Leonteq eingestiegen.