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Helvetia verdient mehr

Die Helvetia-Gruppe mit Hauptsitz in St.Gallen ist im ersten Halbjahr 2018 gewachsen: Der Konzerngewinn der Gruppe stieg nach IFRS-Rechnungslegung auf 223,9 Millionen Franken nach einem Gewinn von 210,1 Millionen im Vorjahr. Wachstum, Combined Ratio im Nicht-Leben- und Neugeschäftsmarge im Lebengeschäft entwickelten sich strategiekonform.

«Helvetia kann für das erste Halbjahr 2018 ein gutes Kennzahlenset vorlegen: Wir erzielten ein solides Ergebnis trotz Gegenwind von den Kapitalmärkten und verschiedenen Unwetterereignissen. Erfreut bin ich über das vom Nicht-Lebengeschäft getriebene Wachstum sowie die unverändert gute Qualität unseres Kundenportfolios», sagt Philipp Gmür, CEO der Helvetia Gruppe, zum Halbjahresabschluss 2018.

IFRS-Ergebnis nach Steuern von CHF 223.9 Mio.
Das IFRS-Ergebnis nach Steuern lag mit CHF 223.9 Mio. im ersten Halbjahr 2018 zwar über dem Periodenergebnis von CHF 210.1 Mio. 2017, jedoch unter dem Ergebnis aus Geschäftstätigkeit des Vorjahres in der Höhe von CHF 258.4 Mio.1 Das Halbjahresergebnis enthält keine Akquisitionseffekte mehr aus den 2014 getätigten Übernahmen, abgesehen von noch fortlaufenden Bondabschreibungen aus der Übernahme von Nationale Suisse von insgesamt CHF 8.2 Mio.

Nicht-Leben: unverändert gute Combined Ratio
Im Nicht-Lebengeschäft erzielte Helvetia ein IFRS-Ergebnis nach Steuern in der Höhe von CHF 146.8 Mio. (Ergebnis aus Geschäftstätigkeit nach Steuern 1. Halbjahr 2017: CHF 176.6 Mio.). Hauptgrund für den Rückgang war die im Vorjahresvergleich deutlich schwächere Performance der Kapitalmärkte (insbesondere Aktienmärkte), die sich in geringeren Erträgen aus Kapitalanlagen niederschlug. Zudem belastete eine im Vorjahresvergleich höhere Anzahl von Naturschadenereignissen in Deutschland und in der Schweiz (Winterstürme Burglind und Friederike sowie diverse Gewitter mit Starkregen und Hagel) das Ergebnis zusätzlich. Die Netto Combined Ratio auf Konzernebene liegt mit 92.7 Prozent weiterhin auf einem sehr guten Niveau. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sie sich jedoch (1. Halbjahr 2017: 91.3 Prozent) – trotz einer Verbesserung des Kostensatzes – infolge der bereits beschriebenen höheren Schadenlast.

Zur Verbesserung des Kostensatzes trugen alle Segmente bei, wobei die Senkung mit 1.2 Prozentpunkten im Segment Europa am deutlichsten ausfiel. Abgesehen von den Naturkatastrophen zeigt sich der Basisschadenverlauf unverändert gut, was die anhaltend gute Qualität des Portfolios widerspiegelt. Alle Markteinheiten wiesen Combined Ratios von unter 100 Prozent aus und arbeiteten profitabel.

Lebengeschäft mit verbesserter Neugeschäftsmarge
Im Lebengeschäft betrug das IFRS-Ergebnis nach Steuern CHF 78.0 Mio. (Ergebnis aus Geschäftstätigkeit nach Steuern 1. Halbjahr 2017: CHF 92.2 Mio.) Fast die Hälfte des Rückgangs ist auf die noch fortlaufende Bondamortisation zurückzuführen. Weiter belasteten neben einem geringeren Risikoergebnis auch tiefere Renditen und geringere Gewinne aus Kapitalanlagen – teilweise kompensiert durch geringere Aufwendungen für Kundenüberschüsse und tiefere zinsbedingte Nachreservierungen – das Ergebnis. Demgegenüber entwickelte sich das Neugeschäft sehr positiv: Die Neugeschäftsmarge stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 und liegt bei 1.4 Prozent (1. Halbjahr 2017: 1.2 Prozent). Treiber war zum einen das höhere Neugeschäftsvolumen bei kapitalschonenden, anlagegebundenen Versicherungslösungen. Zum anderen wirkten sich vor allem die an den klassischen Sparprodukten vorgenommenen Produktanpassungen und die konsequente Verbesserung des Neugeschäftsmix im Einzel- und im Kollektiv-Lebengeschäft positiv aus.

Im Geschäftsbereich Übrige Tätigkeiten belief sich das IFRS-Ergebnis nach Steuern im ersten Halbjahr 2018 auf CHF -0.9 Mio. (Ergebnis aus Geschäftstätigkeit nach Steuern 1. Halbjahr 2017: CHF -10.4 Mio.). Das höhere Ergebnis ist auf positive Konsolidierungseffekte der diesem Segment zugeordneten Fonds zurückzuführen. Darüber hinaus profitierte das Resultat von guten und stabilen technischen Resultaten der gruppeninternen Rückversicherung.

Erfreuliches Wachstum des Geschäftsvolumens
Im ersten Halbjahr 2018 erzielte Helvetia auf Konzernstufe ein Geschäftsvolumen von CHF 5 832.8 Mio. (1. Halbjahr 2017: CHF 5 532.1 Mio.). In Originalwährung bedeutet dies einen Zuwachs von 2.9 Prozent. In Schweizerfranken ausgedrückt stieg das Geschäftsvolumen aufgrund positiver Wechselkurseffekte um 5.4 Prozent. Hauptwachstumstreiber war das Nicht-Lebengeschäft, das im Vorjahresvergleich einen Prämienzuwachs von 5.5 Prozent erzielte. Massgeblich zum erfreulichen Wachstum trugen die europäischen Einheiten (+ 7.5 Prozent in Originalwährung) bei, die nach den Portfoliosanierungen der Vorjahre wieder auf Wachstumskurs sind, sowie die Aktive Rückversicherung. Im Lebengeschäft stieg das Geschäftsvolumen um 0.8 Prozent in Originalwährung. Haupttreiber hierfür war der Zuwachs beim anlagegebundenen Geschäft in der Schweiz und in Deutschland. Im Kollektiv-Lebengeschäft verzeichnete Helvetia ebenfalls wieder ein leichtes Wachstum.

Aktien und verzinsliche Wertpapiere belasten Anlageperformance
Die laufenden Anlageerträge in der Höhe von CHF 505.8 Mio. erreichten das Vorjahresniveau von CHF 520.6 Mio. nicht mehr ganz, zum einen wegen der andauernden Tiefzinsphase, zum anderen aufgrund von aperiodischen Dividendeneffekten, die sich im zweiten Halbjahr ausgleichen werden. Die direkte Rendite erfuhr erwartungsgemäss einen leichten Rückgang auf einen annualisierten Wert von 2.1 Prozent. Auf den Kapitalanlagen hielten sich die ausserordentlichen Gewinne und Verluste die Waage. Somit belief sich das erfolgswirksame Anlageergebnis auf CHF 506.0 Mio. und war damit deutlich tiefer als im Vorjahr (CHF 598.9 Mio.). Im ersten Halbjahr erzielte Helvetia eine Anlageperformance von -0.1 Prozent. Liegenschaften für Anlagezwecke (1.7 Prozent) und Hypotheken (0.8 Prozent) vermochten die negativen Performances von Aktien (-0.5 Prozent) und verzinslichen Wertpapieren (-0.4 Prozent) nicht auszugleichen.

Weiterhin solide Kapitalausstattung und Solvenz
Helvetia verfügt über eine weiterhin solide Kapitalposition. Die SST-Quote lag per 1. Januar 2018 bei 212 Prozent. Das Eigenkapital ging von CHF 5 229.4 Mio. Ende 2017 auf CHF 4 994.4 Mio. zurück. Dieser Rückgang resultiert neben der Auszahlung der Dividende an die Aktionäre hauptsächlich aus dem Rückgang der im Eigenkapital erfassten nicht-realisierten Gewinne und Verluste infolge des leicht höheren Zinsniveaus. Die annualisierte Eigenkapitalrendite betrug 8.3 Prozent.

Erfolgreiche Strategieumsetzung stärkt das Kerngeschäft
Die Umsetzung der Strategie helvetia 20.20 verläuft erfolgreich. Die Strategie verfolgt einen strukturierten Umsetzungsplan zur Weiterentwicklung der Versicherungsgruppe. Damit stärkt Helvetia das Kerngeschäft, erschliesst neue Ertragsquellen und fördert gezielt Innovationen. Ein Beispiel für die erfolgreiche Stärkung des Kerngeschäfts ist eine neue Software-Lösung für die Specialty Lines, die aktuell implementiert wird. Diese erlaubt es den Mitarbeitenden – unterstützt durch künstliche Intelligenz – alle Informationen von internen und externen Quellen zu einem Vertragspartner strukturiert aufzubereiten. Dies bringt nicht nur eine erhebliche Zeitersparnis mit sich, sondern ermöglicht auch eine bessere Prämienkalkulation für das zu versichernde Risiko.

Weiter stärkt Helvetia das Kerngeschäft durch den Ausbau der Vertriebskanäle. Unter anderem ist Helvetia in Spanien eine Vertriebskooperation mit einem auf Motorräder spezialisierten Broker eingegangen, der rund 10 Prozent des spanischen Marktes für Motorradversicherungen abdeckt. Auch das B2B2C-Geschäft hat Helvetia ausgebaut und eine Zusammenarbeit mit einem bedeutenden Händler für Unterhaltungselektronik in der Schweiz sowie einem europaweit tätigen Broker im Automobilbereich gestartet. Bei beiden Kooperationen können Kunden beim Händler vor Ort eine Garantieverlängerung von Helvetia abschliessen.

Aufbau des Eco-System «Home»
Neue Ertragsquellen erschliesst Helvetia mit dem Eco-System «Home». Dessen Aufbau ist im ersten Halbjahr weiter vorangeschritten. So hat sich Helvetia via den eigenen Venture Fund am Züricher Start-up flatfox beteiligt, das über seine Plattform Privatpersonen und professionellen Verwaltungen einen digitalisierten Vermietungsprozess von Wohnimmobilien ermöglicht. Das Angebot von flatfox wird in das Eco-System «Home» eingebunden. Ein starker Anker innerhalb dieses Eco-Systems ist MoneyPark, der grösste Schweizer Hypothekenvermittler. Ergänzend zum Hypothekenvergleich hat MoneyPark zudem im ersten Halbjahr MEx lanciert, die schweizweit erste Hypothekenbörse für selbstgenutzte Liegenschaften. Damit schafft MoneyPark für Hypothekennehmer und auch für institutionelle Anleger völlig neue Angebote. MEx ermöglicht es Anlegern wie Family Offices und Pensionskassen, in die Anlageklasse Hypotheken zu investieren, was bisher aufgrund der Kosten für Risk Management, Reporting, Abwicklung und Bewirtschaftung der Portfolios vielfach nicht attraktiv war. Die technologische Basis für MEx stammt von finovo, einem Start-up, das MoneyPark Anfang Jahr übernommen hat.

Hohe Akzeptanz von Chatbots
Ein Beispiel für das Innovationsportfolio ist der Chatbot zur Regulierung von Velodiebstählen, den Helvetia im Rahmen eines Prototyping-Projekts testet. Damit lassen sich Fahrraddiebstähle in lediglich 90 Sekunden per Facebook Messenger melden und auszahlen. Aufgrund der hohen Akzeptanz solcher Chatbots plant Helvetia nun die Einführung eines Chatbots für den dauerhaften Betrieb.

Voranschreitende Automatisierung
Auch in den europäischen Ländermärkten treibt Helvetia die Automatisierung mittels gezielten Innovationen voran. So wurde in Italien und Spanien das Verwenden einer digitalen Unterschrift eingeführt, was einen papierlosen Versicherungsabschluss ermöglicht. In Deutschland lag ein Schwerpunkt auf der Automatisierung des Schadenprozesses. Damit wurde der Prozess der Schadenregulierung bei Glasschäden komplett automatisiert. Zudem werden Schadenfälle digital auf Versicherungsbetrug überprüft. Und bei Online-Schadenmeldungen erfolgt die Eröffnung des Schadendossiers inklusive automatisierter Deckungsprüfung.

Philipp Gmür zeigt sich zufrieden mit der Strategieumsetzung im ersten Halbjahr: «Wir erzielen grosse Fortschritte bei der Strategieumsetzung. Damit wird Helvetia agiler, innovativer und kundenzentrierter. Den eingeschlagenen Weg werden wir konsequent weitergehen, ohne dabei unser Kerngeschäft zu vernachlässigen.»