Bahnhofstrasse 8
9001 St. Gallen
Tel. +41 (0)71 272 80 50
Fax. +41 (0)71 272 80 51
leader@metrocomm.ch
www.metrocomm.ch

Chüeli ziert OLMA-Jubiläumsplakat

Ein geschnitztes Holz-Chüeli steht im Zentrum des diesjährigen OLMA-Plakats. Es reiht sich als 75. Sujet in die lange Plakattradition der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung ein. Gestaltet hat es die Uznacherin Rachel Kühne. Sie ist Absolventin der Fachklasse Grafik an der Schule für Gestaltung am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum GBS in St.Gallen.

Alle drei bis vier Jahre organisieren die Olma Messen St.Gallen zusammen mit der Kommunikationsagentur Tachezy Kleger Fürer AG den Wettbewerb für das OLMA-Werbesujet. Eingeladen sind jeweils ausgewählte Gestalter und Schulen für Gestaltung aus der Schweiz. Immer wieder setzen sich Arbeiten der St.Galler Fachklasse Grafik durch. «Das erfüllt uns mit Stolz, zumal die Plakatvorschläge der Jury anonymisiert vorgelegt werden», sagt Klassenleiter Andreas Tschachtli.

Mit Holztierli spielendes Kind
Rachel Kühne ist eine von zwölf Schülerinnen und Schülern der St.Galler Fachklasse Grafik, die sich am OLMA-Wettbewerb beteiligt haben. Am Anfang stand der Besuch eines Bauernhofes auf dem Programm, um sich inhaltlich auf die Aufgabe einzustimmen. Danach erhielten sie von ihren Lehrern Andreas Tschachtli und Martin Schmid den Auftrag, innerhalb eines Tages je zehn Entwürfe für ein mögliches OLMA-Sujet zu entwerfen. Aus den über hundert Skizzen schälten sich allmählich jene heraus, die den verschiedenen Ansprüchen an ein Werbeplakat in Weltformat genügten.

Der erste Entwurf von Rachel Kühne zeigte ein Kind, das mit Holztieren spielt. «Die Szene ist für mich ein Sinnbild dafür, wie Kinder das Leben auf dem Bauernhof spielerisch kennenlernen», erklärt die junge Grafikschülerin. Mit jedem Arbeitsschritt veränderte sich das Sujet. Um dem Plakat eine auf den ersten Blick klare Aussage zu geben, reduzierte sie die Szenerie auf ein einzelnes Holztierchen. «Mir war bald klar, dass ich es fotografisch umsetzen wollte. So ging es um die Frage, in welchem Kontext das Spielzeug-Chüeli stehen soll. Auf ein Kinderzimmer habe ich bewusst verzichtet.» Rachel Kühne entschloss sich, die Holzkuh in eine echte Landschaft mit Wald im Hintergrund einzubetten, sie aber trotzdem nicht auf eine Wiese zu stellen. «Als Kontrast zur Landschaft wählte ich einen Holzboden, auf der die Kuh nun steht», betont sie.

Doppelte Ehre für die Uznacherin
Die Arbeit von Rachel Kühne gefiel der Jury so gut, dass sie sie für die Jubiläums-OLMA aussuchte. «Für mich ist es natürlich eine grosse Ehre, dass mein Plakat überall in der Öffentlichkeit zu sehen ist und zudem für die 75. Durchführung wirbt», meinte sie mit Stolz. Und worauf freut sie sich an der OLMA im Herbst am meisten? «Ich war noch gar nie da. Das wird sich dieses Jahr aber definitiv ändern», lacht die «ennet dem Ricken» aufgewachsene Uznacherin.

Ein Blick auf die 75 OLMA-Plakate zeigt, dass die Kuh immer wieder beliebtes Sujet ist. Rund dreissig Mal schaffte sie es entweder als Hauptfigur oder in einer Nebenrolle auf das Plakat. Langeweile kommt dabei aber nicht auf. «Die Kuh ist immer wieder ganz anders in Szene gesetzt worden und vermittelt damit auch stets eine neue Botschaft», sagt Andreas Tschachtli. Und wie erklärt er sich, dass die Plakatvorschläge der St.Galler Fachklasse Grafik bei der Jury so gut ankommen? «An der Schule für Gestaltung wissen wir, welche Kriterien ein gutes Werbeplakat in Weltformat erfüllen muss. Es geht um Fragen wie: Hat das Plakat eine Idee? Ist die Idee verständlich? Wie gut ist die Umsetzung dieser Idee? Zusammen mit der Kreativität der Schülerinnen und Schüler ist dies möglicherweise unser Erfolgsrezept.»

Das OLMA-Plakat 2017 wird in der ganzen Schweiz zu sehen sein. Zum Einsatz kommt es auf Plakatwänden wie beispielsweise in ausgewählten Bahnhöfen, auf elektronischen Werbetafeln, auf Prospekten und Werbe-Bannern, in Inseraten und vielen weiteren Anwendungen.

OLMA Jubiläums-Bier mit OLMA-Plakaten
Die Jubiläums-OLMA 2017 erhält ein eigenes Bier: Die Brauerei Schützengarten braut es aus regionalen Rohstoffen. Auf der Flaschenetikette ist jeweils eines der 75 bisherigen OLMA-Plakate abgebildet. Wer ein Lieblingssujet hat, kann es für 20 Franken im Originalformat F4 bestellen.

Die OLMA hat eine lange Plakattradition. Seit der allerersten Durchführung gestalteten Grafiker, Künstler und Fotografen Werbebotschaften, die prägnant das bevorstehende Grossereignis ankündeten. Mehrere der bisher 75 Werke erhielten eine Auszeichnung und gingen damit in die Schweizer Plakatgeschichte ein. Die Erschaffer der OLMA-Plakate tragen teils klingende Namen wie Alois Carigiet, Walter Burger, Hans Falk, Pierre Gauchat oder Ruedi Külling. Aber auch der Nachwuchs in Kunstgewerbeschulen und Schulen für Gestaltung kreierte immer wieder erfolgreich Sujets für die «Affichen».

In die Schweizer Plakat-Geschichte eingegangen
Die glorreiche Aera der OLMA-Plakate eröffnete der St.Galler Grafiker Werner Weiskönig, der sich unter anderem durch die Gestaltung von Schweizer Briefmarken einen Namen machte. «Damals konnte noch niemand ahnen, dass die OLMA-Plakate dereinst in die Schweizer Plakatgeschichte eingehen werden», betonte ein halbes Jahrhundert später der damalige Direktor der APG Allgemeine Plakatgesellschaft. Othmar Casutt war eingeladen, eine Rede zur Eröffnung einer Ausstellung im Foyer des Theaters St.Gallen zu halten. Gezeigt wurden die ersten 50 OLMA-Plakate der Jahre 1943 bis 1992. «Nebst rein kulturellen Auftraggebern wie Museen oder Kunstgewerbeausstellungen gibt es nur gerade zwei Auftraggeber, die in den vergangenen Jahren mehr Auszeichnungen des Eidgenössischen Departements des Innern erhalten haben als die OLMA», erklärte der APGDirektor.

13 Plakate genügten den gestrengen Massstäben der Jury
Auf die Liste der besten Schweizer Plakate der Jahre 1941 bis 1990 schafften es 13 Affichen der OLMA. Der erste, dem diese Ehre zuteil wurde, war der Zürcher Grafiker Pierre Gauchat. Sein Plakat aus dem Jahre 1950 zeigte einen geschmückten Kuhkopf. 1952 überzeugte das Plakat von Alois Carigiet die Jury. Hans Falk gestaltete in den 50er Jahren vier OLMA-Plakate. Dasjenige von 1955 (Bauernbub mit Kalb) erhielt ebenfalls eine Auszeichnung. 1960 war es der St.Galler Grafiker Robert Geisser, der mit seinem Sujet reüssierte. Ihm verdankt die OLMA vier weitere Plakate. Auch der Zürcher Grafiker und Uhrendesigner Ruedi Külling wurde fünf Mal mit der Kreation eines OLMA-Plakates beauftragt. Nicht weniger als drei schafften es auf die Liste der ausgezeichneten Plakate (1961, 1986, 1990). Weitere OLMA-Plakate mit Auszeichnung stammen von Heinz Looser (1965), Rolf Rappaz (1966), Neukomm + Pinschewer (1967), Romano Chicherio (1970 und 1973) sowie dem St.Galler Grafiker, Künstler, Kabarettisten und Mitbegründer der St.Galler Kellerbühne Jules Kaeser (1980). Er schuf das erste Fotoplakat der OLMA; zu sehen war ein Kuh-Euter.

Spannender Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes
Nach 1992 machte neben gestandenen Grafikern und Künstlern auch der Nachwuchs immer wieder mit kreativen Vorschlägen für das OLMA-Plakat auf sich aufmerksam. Viele der Arbeiten stammten aus der Kreativküche der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung am GBS in St.Gallen.

In der jüngeren Geschichte der OLMA-Plakate kamen vermehrt Fotos zum Einsatz. Beispiele dafür sind die beiden Dreier-Serien aus den Jahren 2005 bis 2007 von Grafikerin Andrea Gmünder und Fotograf Samuel Forrer sowie in den Jahren 2009, 2011 und 2015 von Esther Rüesch. Im Laufe der letzten 75 Jahre trafen viele der OLMA-Plakatsujets den Geschmack einer Mehrheit, einzelne eckten gehörig an. Sie alle aber erfüllten bestens ihre Werbewirkung und sind rückblickend ein spannender Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes.

Das Lieblings-Plakat bestellen
Die OLMA-Plakate sind oft mit Erinnerungen verbunden und deshalb zu beliebten Sammelobjekten geworden. Ein Ehepaar, das schon seit bald 30 Jahren verheiratet ist, weiss zum Beispiel noch, dass es sie sich an jener OLMA kennengelernt hat, als ein Harass mit Äpfeln auf dem Plakat zu sehen war. Andere erinnern sich durch das Sujet wieder, in welchem Jahr die Klassenzusammenkunft an der OLMA stattfand.

Wer auf den Flaschen des OLMA Jubiläums-Bier ein Plakat entdeckt, dass er im Originalformat F4 (89 x 128 cm) haben möchte, kann bis am 22. Oktober 2017 für 20 Franken eine Reproduktion des gewünschten Sujets bestellen. Die Zustellung der Plakate erfolgt ab November. Den Bestelltalon findet man auf der Rückseite der Bierflasche oder auf der Webseite www.olma.ch/plakat, wo auch eine Übersicht aller bisherigen OLMA-Plakate zu sehen ist.

12. bis 22. Oktober 2017: Die OLMA feiert ihre 75. Durchführung
Die OLMA 2017 wird ein besonderes Volksfest werden. Die grösste und beliebteste Schweizer Publikumsmesse feiert ihre 75. Durchführung vom 12. bis 22. Oktober. Als Gastkanton begrüsst sie den Kanton Thurgau, der sich bereits zum fünften Mal an der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung präsentiert. Im Jahr 1950 wurde erstmals ein Gastkanton an die OLMA eingeladen. Auch damals war es der Thurgau. Die Olma Messen St.Gallen, Veranstalterin der OLMA, freuen sich schon jetzt auf die festliche Jubiläumsausgabe 2017 und laden herzlich zum Mitfeiern ein.

Das OLMA-Plakat 2017