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Neue Direktorin fürs Textilmuseum

Das Textilmuseum St.Gallen steht unter neuer Leitung: Die Kunsthistorikerin Barbara Karl (Bild) folgt Michaela Reichel als Direktorin nach. Karl erwarb sich in ihrer Zeit als Kuratorin für Textilien und Teppiche am MAK – Museum für angewandte Kunst in Wien internationale Reputation als Spezialistin für historische Textilien.

Seit Januar 2017 ist Barbara Karl im Textilmuseum St.Gallen als Kuratorin tätig und konnte sich mit Hilfe ihrer Vorgängerin auf die Übernahme der Leitungsposition vorbereiten.

Tobias Forster, Präsident des Trägervereins, begrüsst die nahtlose Übergabe und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. «Das Textilmuseum St.Gallen wurde von Frau Reichel in die richtigen Bahnen geleitet, die es nun weiterzuverfolgen gilt. Zugleich sind wir gespannt auf die neuen Impulse und Ideen ihrer Nachfolgerin», so Forster.

Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit untersuchte Barbara Karl die Rolle von Textilien im internationalen Handel zwischen Indien und Portugal während der frühen Neuzeit vom 16.  bis zum 18. Jahrhundert. Die Kontakte der Fernhandelskaufleute brachten wichtige technische Neuerungen nach Europa und ein Material, das auch die bis dahin auf die Verarbeitung von Leinen spezialisierte Ostschweizer Textilwirtschaft nachhaltig veränderte: feinen Baumwollstoff aus Bengalen, den sogenannten Musselin. Dieser wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts die wichtigste Spezialität der Ostschweizer Weber und bevorzugter Stickgrund tausender Stickerinnen in der Region St.Gallen.

«Textilien dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Internationaler Austausch, wirtschaftliche und soziale Phänomene sind immer miteinzubeziehen, wenn man sich mit der Textilproduktion damals und heute beschäftigt. Vielschichtige Vernetzungen haben diese Sparte geprägt und sind noch heute für die Textilindustrie relevant. Diese Faktoren werden bei zukünftigen Projekten immer mitgedacht und gezielt an unser Publikum vermittelt», sagt Barbara Karl, die sich auf ihre neue Aufgabe freut.

Es gelte, weiterhin spannende Ausstellungen anzubieten, diese professionell zu vermitteln und das Textilmuseum St.Gallen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene weiter zu vernetzen. Zu diesem Zweck ist etwa kommenden März eine Tagung zum wichtigen Thema der Musterbücher geplant, die Wissenschaftler aus der Schweiz, Italien, England, Deutschland und den Niederlanden zur Diskussion nach St.Gallen bringt.

Die neue Direktorin sieht grosses Potential in den Sammlungen des Textilmuseums. Sie bereitet derzeit eine Ausstellung zu den Spitzen der Sammlung vor, die ab Herbst 2018 zu sehen sein wird.