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Neue Struktur stärkt die FHO

Die IHK St.Gallen-Appenzell begrüsst den Vorschlag der St.Galler Regierung, dass die Fachhochschule Ostschweiz (FHO) künftig aus einer Hand geführt werden soll. Diese Neuorganisation ermöglicht es, die in den einzelnen Schulen in St.Gallen, Rapperswil und Buchs vorhandenen Kompetenzen zu stärken und Doppelspurigkeiten abzubauen.

Es ist zu hoffen, dass diese Strategie tatsächlich umgesetzt wird. Aus Sicht des Wirtschaftsraumes Ostschweiz wäre es zudem wünschenswert, wenn die neu organisierte FHO über ein breit abgestütztes Konkordat als gemeinsame Institution der Ostschweizer Kantone positioniert werden könnte.

Mit dem heute präsentierten Bericht der St.Galler Regierung zur Neuorganisation der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) ist nun klarer, wie es mit dieser wichtigen Bildungsinstitution weitergehen soll: Die heute weitgehend autonom operierenden Fachhochschulen FHS St.Gallen, HSR Rapperswil und NTB Buchs sollen künftig unter einer strategischen Führung stehen, aber weiterhin auf die dezentralen Kompetenzen und Stärken der einzelnen Teilschulen aufbauen. Die IHK St.Gallen-Appenzell begrüsst die vorgeschlagene Strategie zur Neuorganisation der FHO. Der Wettbewerb zwischen den Fachhochschulen spielt sich national und international ab. Deshalb ist es wichtig, die vorhandenen Kompetenzen zu bündeln und den Einsatz knapper werdenden Ressourcen durch den Abbau von Doppelspurigkeiten zu optimieren. Es ist zu hoffen, dass diese Strategie der Regierung tatsächlich weiterverfolgt und umgesetzt wird.

Drei starke Standorte unter einer Führung
Bereits im vergangenen Oktober hat die IHK St.Gallen-Appenzell in den Diskussionen rund um die künftige Organisation der Fachhochschule Ostschweiz klar Stellung bezogen. Mit der Veröffentlichung des IHK-Standpunktes „Mehr Fachhochschule, weniger Kleinräumigkeit“ votierte die IHK für eine gemeinsame Strategie und Führung der drei Fachhochschulen in Buchs, Rapperswil und St.Gallen. Jedes Unternehmen, das an mehreren Standorten tätig ist, muss mit der Herausforderung einer zentralen strategischen Führung bei maximaler dezentraler Autonomie fertig werden. Mit der von der Regierung vorgeschlagenen FHO-Neuorganisation würde nicht nur der ganze Bildungsraum Ostschweiz insgesamt gestärkt, sondern letztlich auch die drei bisherigen Standorte.

Der schlechteste Weg hingegen wäre der von einzelnen Regionalpolitikern aus dem Linthgebiet geforderte Alleingang der HSR Rapperswil. Bereits in der Vergangenheit haben die Fachhochschulen der Ostschweiz in den für die Wirtschaft relevanten Disziplinen im schweizweiten Vergleich an Bedeutung verloren. Dieser relative Attraktivitätsverlust kann mit Kleinräumigkeit sicher nicht korrigiert werden.

Breite Abstützung erwünscht
Nebst der geplanten neuen Organisationsstruktur der FHO wurde auch bekannt, dass die St.Galler Regierung ein interkantonales bzw. interstaatliches Konkordat einer alleinigen Führung durch den Kanton St.Gallen vorziehen würde. Die IHK St.Gallen-Appenzell teilt diese Meinung.

Aus staatspolitischen Gründen wäre es wünschenswert, wenn die FHO über ein breit abgestütztes Konkordat als gemeinsame Institution der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein in die Zukunft geführt werden könnte. Es geht dabei weniger um bildungspolitische Fragen, als vielmehr um Grundsatzfragen zur Zukunft der Ostschweiz als erfolgreichem und eigenständigem Wirtschaftsraum. Entweder wir finden als Ostschweiz einen gemeinsamen Weg in die Zukunft – oder wir verlieren.