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Konjunktur im Vorwärtsgang

Die Ostschweizer Wirtschaft blickt erfreut zurück und voraus: Die höhere Dynamik in der Weltwirtschaft und so der Zuwachs der Exporte sind die wichtigsten Treiber für unsere Industrie. Auch in der Bauwirtschaft ist das Konjunkturklima angestiegen. Hingegen harzt das Geschäft im Detailhandel weiterhin, zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage von Ecopol und SGKB.

Die optimistischen Konjunkturprognosen im Frühling 2017 bestätigen sich im bisherigen Verlauf des Jahres: Die Weltwirtschaft ist im ersten Halbjahr um gut 3 % gewachsen und die Perspektiven hellen sich weiter auf. Erstmals seit Langem erleben die Länder der Eurozone wieder einmal einen eigentlichen Aufschwung, begleitet von einem Sinken der Arbeitslosenquote. Auch die mittel- und osteuropäischen Länder können ihre Wachstumsraten steigern. Die USA werden in diesem Jahr ein Wachstum von rund 2 % erreichen und damit etwa das Tempo der europäischen Länder halten. China und mit ihm die Schwellenländer legen ein Wachstumstempo von rund 6 % vor. Selbst in Japan legt die Konjunktur zu und dürfte gegen 1.5 % wachsen.

Ostschweizer Industrie glänzt
Der Aufwärtstrend in der Ostschweizer Industrie hat sich im vergangenen Quartal bestätigt. Ausschlaggebend dafür ist das Exportwachstum von 5.9 % im ersten Halbjahr 2017. Der kräftige Schub vom Aussenhandel wird durch einen neuen Rekordüberschuss in der Handelsbilanz eindrücklich bestätigt. Besonders stark vermochten die Exporte von Metallen, Apparaten der Elektroindustrie sowie Maschinen anzuziehen. Die tiefen Furchen des Frankenschocks sind überwunden, zumal der jüngste Anstieg des Euro Erleichterung mit sich bringt. Denn mit der Aufwertung des Euro steigen die Chancen für bessere Verkaufspreise und damit auch für eine lang ersehnte Aufhellung der Ertragslage.

Beim regionalen Vergleich des Geschäftsganges glänzt die Ostschweiz, führt sie doch die Rangliste der Regionen an. Nach Branchen betrachtet ist die Wachstumsdynamik in der Maschinenindustrie besonders hoch. Stark beschleunigt hat sich der Aufschwung in der Elektrotechnik. Viel Licht und wenig Schatten zeigen sich auch in der Kunststoff- und Chemiebranche. Selbst in der Textilindustrie hat die Wende zum Besseren eingesetzt. In der Metallindustrie scheint der Nachfrageschub aus dem Ausland noch nicht richtig angekommen zu sein. Als äusserst zäh erweist sich einzig das Tief in der Papier-, Druck- und Verlagsindustrie.

Bauwirtschaft läuft rund
In der Bauwirtschaft läuft der Konjunkturmotor schön rund. Die Bautätigkeit ist im letzten Quartal angestiegen, wobei die Erholung im Tiefbau besonders kräftig ausgefallen ist. Augenfällig ist die erfreuliche Entwicklung der Ertragslage: Auf der Suche nach einer ähnlich guten Bewertung muss man bis in den Sommer 2012 zurückblättern. Die Nachfrage nach Bauleistungen dürfte im laufenden Jahr den Höhepunkt überschritten haben. Dafür sprechen auch die unter dem langjährigen Durchschnitt liegenden Gesuche für Neubauten. Die Gesuche für Umbauten sind hingegen hoch, wovon vor allem das Ausbaugewerbe profitiert. Der Ausblick der Baumeister fällt insgesamt verhalten zuversichtlich aus.

Wende im Detailhandel verschoben
Die Hoffnungen auf eine Wende im Detailhandel haben sich bisher nicht erfüllt. Die Umsätze im Schweizer Detailhandel sind saisonbereinigt im ersten Quartal leicht gestiegen, im zweiten Quartal aber wieder gesunken. Somit bleibt am ersten Halbjahr 2017 ein Umsatzminus haften. Der Ausblick verspricht allerdings bessere Zeiten. Mut machen das Umsatzwachstum im Schweizer Detailhandel in den Monaten Mai und Juni sowie die Aufhellung der Konsumentenstimmung. 29 % der Ostschweizer Detaillisten rechnen in den nächsten sechs Monaten mit steigenden Umsätzen und 25 % mit einer Verbesserung des Geschäftsganges. Rückenwind erhalten diese Erwartungen durch die Erholung des Euro und die damit verbundene Hoffnung auf einen sinkenden Einkaufstourismus.

Ostschweizer Konjunkturindex auf hohem Niveau
Der Konjunkturindex für die Ostschweizer Wirtschaft verharrt auf hohem Niveau. Aufschwung erhält er durch eine bessere Beurteilung des Geschäftsganges in der Industrie und in der Bauwirtschaft sowie durch bessere Aussichten im Detailhandel. Gebremst wird der Aufschwung aufgrund des vorsichtig verhaltenen Ausblicks im Baugewerbe und in der Industrie sowie durch den lahmenden Umsatz im Detailhandel.