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PostAuto zockte auch Ostschweiz ab

Der PostAuto-Bschiss hat auch Auswirkungen auf die Ostschweiz: Wohl rund eine Dreiviertel Million Franken haben St.Gallen, Thurgau und beide Appenzell zuviel bezahlt - pro Jahr. Das Geld floss dank satter Lohnerhöhungen indirekt auch in Post-CEO Susanne Ruoffs Tasche.

Insgesamt etwa 25 Millionen bezahlten die Ostschweizer Kantone (SG, TG, AR, AI) seit 2007 jährlich an die PostAuto AG. Mit Buchhaltungstricks erreichte die Post-Tochter, dass ihr Bund und Kantone zu viele Subventionen bezahlten, und erzielte damit einen – gesetzeswidrigen – Gewinn von rund drei Prozent, den anscheinend Postchefin Susanne Ruoff (Bild) verlangt hatte. Drei Prozent von 25 Millionen machen 750'000 Franken, mal zehn Jahre: 7,5 Millionen schuldet PostAuto der Ostschweiz also im Minimum.

Die illegalen Gewinne, die im subventionierten Geschäft der PostAuto AG angefallen sind, waren innerhalb der Post seit Jahren bekannt. Letzte Woche musste Ruoff scheibchenweise zugeben, dass sie davon Kenntnis hatte. Zurücktreten will die gelernte Primarlehrerin aber nicht.

Und das, obwohl oberste Kader der Post über zehn Jahre toleriert haben, dass in der Buchhaltung der Posttochter PostAuto AG getrickst wurde. Das geschah offenbar, um die vom Konzern – also u. a. von Susanne Ruoff – vorgegebenen Gewinnziele zu erreichen. Die Postkaderleute stehen im Verdacht, damit auch ihre eigenen Löhne aufgebessert zu haben, weiss die „SonntagsZeitung“. Denn die Höhe der Boni der Postkader hängt unter anderem von den Gewinnen des Konzerns und dessen Untereinheiten ab.

Ein Blick der „SonntagsZeitung“ in die Kaderlohnrapporte zeigt, dass Löhne und Boni der Postkader zwischen 2006 und 2016 stark gestiegen sind: 2006 verdiente der Post-CEO noch 790'000 Franken. 2016 erhielt Ruoff schon 975'000 Franken. Das entspricht einer Lohnerhöhung von 24 Prozent! Dabei ist der Bonusanteil von 26 auf 32 Prozent gestiegen. Auch der Lohn der Geschäftsleitungsmitglieder ist um 24 Prozent gewachsen. 2016 betrug der durchschnittliche Lohn eines Geschäftsleitungsmitgliedes 590'000 Franken. Deren Bonusanteil erhöhte sich von 24 auf 31 Prozent, rechnet die „SonntagsZeitung“ vor.